Ja, die Themen sind uralt. Tatsächlich gibt es hinsichtlich des Geldes und seiner Bedeutung als Tauschmittel viele viele Überlegungen. Eine davon wird heute bei Telepolis genauer beleuchtet: der Wörgler Schilling. Geld kostet keinen Zins, sondern verliert an Wert, wenn es nicht gebraucht wird. Und was passiert dann. Lesen!
Ach, und bei all dem Für-und-Wider: hier ein Auszug aus der interessanten Diskussion bei TP:
“5. Juli 2010 14:08
Re: Ich hätte gerne mal eine Erläuterung:
Mindeater (mehr als 1000 Beiträge seit 29.12.00)
Hallo Subzero,
gut das du dich informieren willst, denn mit deinem Wissen über
Freiwirtschaft kannst du nicht urteilen.
> Wie kann ich bei diesem System, bei dem das Geld systematisch
> abgewertet wird und keine Zinsen erwirtschaften darf,
Das ist schon mal falsch. Du kannst mit Freigeld soviel Zins bekommen
wie der Markt hergibt. Direkt nach einem Krieg - wenn Leistung knapp
ist - kann das auch durchaus zweistellig positiv sein. Nur kann
Freigeld halt auch Null oder negative Zinsen ermöglichen - wenn der
Markt diese benötigt - also Leistung im Überfluss vorhanden ist.
> Kapital
> akkumulieren, um mir etwas zuzulegen, was ich nicht aus der hohlen
> Hand finanzieren kann, weil es bspw mehr als ein Jahreseinkommen
> kostet?
> Brauche ich da dann wirklich 20 Jahre, um ein Haus zu bauen (jeden
> Monat rücken die Bauarbeiter für einen Tag auf der Baustelle ein)?
> Die Idee ist ein Hand->Mund-System.
Du akkumulierst genauso wie heute dein Kapital in dem du sparst und
es zur Bank bringst. Und der Normalbürger dürfte selbst bei Nullzins
wesendlich besser sparen können als heute. Wenn der Zins gegen Null
strebt, strebt auch der Zins in den Produktpreisen gegen Null. Wenn
du heute ein paar hundert Euro Zins für dein Geld auf dem Bankkonto
bekommst, zahlst du ein paar tausend Euro Zins mit Steuern, Mieten,
Produktpreisen. Also kannst du - wenn du nicht zu den oberen 10.000
gehörst, einfacher sparen als heute.
> Es wird versucht, den Geldumlauf
> zu beschleunigen,
Es wird nicht versucht den Geldumlauf zu beschleunigen, sondern den
Geldumlauf zu stabilisieren, damit das Geld nicht regelmäßig vom
Markt verschwindet und dann wieder auf dem Markt flutet.
> um daraus ein Wachstum zu beziehen.
Es dreht sich nicht darum Wachstum zu generieren, sondern eine
Wirtschaft zu haben die auch ohne Wachstum oder sogar mit negativen
Wachstum gut klar kommt. Unser heutiges System braucht Wachstum auf
Teufel komm raus.
> Was ein
> ständiges Wirtschaftswachstum für Folgen für die Resourcen (aka
> Umwelt) hat…Schwamm drüber.
Um so geringer der Zins ist um so mehr lohnt es sich die Umwelt zu
schützen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wert_eines_Goldesels
> Wenn es keine Zinsen gibt, gibt es keine Kredite (Zinsen sind
> Risikoprämie und nicht jeder Kredit wird auch zurückgezahlt).
Wie gesagt. Es gibt weiterhin Zinsen. Nur sind die halt deutlich
positiv, null oder deutlich negativ. So wie der Markt das braucht.
Die Risikoprämie gibt es weiter, nur wird die abhängig vom
Marktzustand manchmal auch vom Kreditgeber bezahlt. Kredite gibt es
weiterhin, weil du lieber dein Geld zur Bank bringst, als es dir von
der Umlaufgebühr wegfressen zu lassen.
Ach ja, die wahren Kreditgeber sind übrigens die (potentiellen)
Leistungserbringer die in einer arbeitsteiligen Gesellschaft für
jemanden Arbeiten ohne eine Gegenleistung zu bekommen. Das Geld ist
nicht der Kredit, sondern die Dokumentation des Kredites. Unser
heutiges System hat das Problem das die Zinsen ab einer gewissen
Marktsättigung nicht mehr Marktgerecht sein können, und damit werden
die potentiellen Kreditgeber in die Arbeitslosigkeit gezwungen und
damit gezwungen 100% ihrer Leistung auf den Müll zu schmeißen. Dann
doch lieber ein Zins der auch Null und negativ werden kann.
> Übrigens sind de Johdn an unserem Wohlstand schuld, sie waren die
> einzigen, die damals Geld gegen Zins verleihen durften und somit erst
> Großinvestitionen ermöglichten. Deswegen hatten die
> Judenvertreibungen im Mittelalter auch schwere wirtschaftliche
> Rückschläge zur Folge.
Ja, zinsloses Geld ist Schwachsinn. Und ja, es verlieh damals keiner
Geld ohne Zins. Wieso sollte ich meine Million auch verleihen, wenn
ich nur ne Million wieder bekomme? Mit Freigeld gibts darauf ne
Antwort. Weil die Umlaufgebühr dir teurer kommt als die Million zu
verleihen. Heute heißt die Antwort darauf Wirtschaftskrise und
Wachstumszwang. Sobald die Wirtschaft zu sehr gesättigt ist und
deshalb zu wenig Wachstum vorhanden ist, rentieren sich die
Investitionen nicht mehr (Million zu verleihen/investieren bringt zu
wenig) und du hast deine Wirtschaftskrise. “
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