Bwaha! Was habe ich gelacht:
“Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner ist geschockt über die Abzugspläne der Amerikaner.”
Jo, klar, WTF? Im gleichen Artikel wird auch nochmal drauf hingewiesen, dass der Plan des Abzugs schon älter ist, aber ne, die Heidelberger sind geschockt. Sowas aber auch. Ich krieg ja richtig Mitleid mit denen.
Hier das Beste:
“Die Stadtentwicklung hat ja mit der Bahnstadt gerade rasant Fahrt aufgenommen. Kann der Abzug bedeuten, dass die Bahnstadt mit ihren neuen Wohnungen überflüssig wird?
Nein, die Entwicklung in diesem Stadtteil ist nicht gefährdet. Hier entsteht das neue wissenschaftliche Herz Heidelbergs. Und der Zuspruch ist enorm. Außerdem gehen die Amerikaner ja nicht von heute auf morgen. Wir sind in der dritten Phase dran.”
Ganz besonders lustig finde ich, dass damals, als ich noch bei einem schwäbischen Häuslesbauer gearbeitet habe und das ist jetzt so gute 5-6 Jahre her, Heidelberg eine absolute Tabuzone für die Schwaben war. Und wisst Ihr warum:
“Wenn die Amis da raus sind, hat HD in sekundenschnelle tausende Quadratmeter billigste Wohnfläche. Da kriegst Du nix mehr verkauft. Und _wir_ sind ja nicht völlig bescheuert!”
Tja, die Bahnstadt. Nun ja, ich kenne ja einen Teil der Investoren und weiss wie die ticken. Die glauben sicher immer noch daran. Im Stadtgebiet kannst Du jeden alten Rotz für ein Schweinegeld an die Welteliten verscherbeln, andererseits liegen neue Erschließungsgebiete erstmal brach, weil die Stadt dort ökologische Standards verlangt, die sich nun mal kein normaler Hausbauer leisten kann (vor allem solange es im Umland noch vernünftige Alternativen gibt). Statt dessen versuchen die den Leuten ihre horrenden Preise zu verwässern, in dem sie Erbpachtgrundstücke anbieten (die auch erworben werden können, *lol*), wobei hier die regionalen Wohnungsbauunternehmer bauen (wahrscheinlich zwangsverpflichtet) und, nicht wie bei ausgewogenen Baugebieten üblich, die Privaten.
Und als süßen Abschluß für mich freue ich mich drauf, wie es jetzt Heidelberg schaffen will die freigewordenen Kasernen in Wohnflächen zu konvertieren. Das kriegen die mit ihren Leuten im Leben nicht gebacken. Wahrscheinlich werden sie wieder schwäbische Architekten einkaufen (und dann auch noch die Falschen!), Bwahaha!.
Ein anderer hat sowas ja schonmal erfolgreich gemacht, aber die können auch ihr Geschäft.
Ach so: in dem RNZ-Artikel ist noch ein netter Kommentar, den ich mal teilweise zitieren will:
“In jeder vernünftigen politischen Kultur wird schon einmal über den Fall “was ist wenn” gesprochen und erste Konzepte erstellt. Aber in Heidelberg tickt die Welt halt anders. In zig anderen Städten gab es doch genau dieselbe Thematik nach der Wende und ich kenne genug Beispiele, wo es schon lange vor dem Abzug klare Üläne gab, was mit dem Gelände passieren soll (“Stadtplanung” nennt sich so etwas). Sobald die GIs weg waren wurde dann mit der Umgestaltung begonnen. Hier in Heidelberg wird dann mit dem Diskutieren begonnen (am besten darüber, ob der OB nun hätte öfter über den Teich rudern sollen, damit der Abzug vielleicht doch noch hätte verhindert werden können), passieren wird dann ewig nichts. Bei der “Bahnstadt” war diese Planungs und Gestaltungskompetenz ja auch zu bewundern.”
Der scheint sich in der Heidelberger Personalkompetenz auch gut auszukennen.
edit: im Mannheimer Morgen steht ein eindeutig ausführlicherer Artikel (natürlich). Interessant ist hieraus dieser Absatz:
“Die restlichen Flächen sollen zu Wohnquartieren werden. Sie gehen an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben über, die sich dann auch um eventuelle Altlasten kümmern muss. Nach Würzners Vorstellung könnten die Grundstücke im Besitz des Bundes bleiben. Die Stadt würde dennoch die Planungshoheit behalten.”
Na, wenn er sich da mal nicht täuscht. Warum soll der Bund die Kosten für die verseuchten Flächen dort tragen und die Heidelberger Gemeinderats…fachleute dürfen weiter “Alice-im-Wünschmirwasland” spielen? Ich glaube kaum, dass er das tatsächlich auch glaubt. Das ist ja das bisherige Problem an Heidelberg: durch die – nicht nachvollziehbare – Überzeugung was besonderes zu sein, glaubte man sich alles erlauben zu können. Doch der langsame Tod geht weiter:
“Er hofft, dass durch die zusätzlichen Apartments der Wegzug gerade von jüngeren Familien aus der Stadt abgemildert wird.”
Solange die da weiter “des Kaisers neue Kleider” aufführen, ist das nicht aufzuhalten.
Mich hat heute nur geschockt, dass die Italiener aus dem WM-Rennen sind und das eines unserer wichtigsten Mitglieder in World of Warcraft die Gilde verlässt.
Heidelberg, Du hast mein Mitleid nicht mehr verdient.
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