Tag Archive for 'bankenkrise'

Rede von #Gysi vor dem Bundestag vom 21. Mai 2010

Ich weiß, ich weiß: auch mit den Linken ist nicht viel Staat zu machen, aber immerhin enthalten ihre Reden des öfteren ziemlich eindeutige Wahrheiten. Leider interessiert das viel zu Wenige. Über die Nachdenkseiten habe ich diese wunderbare Rede von Gregor Gysi, Die LINKEN, vom 21. Mai 2010 gefunden und ich muss einen Absatz daraus hervorheben (was mir schwer fällt, da es viele derer guter Absätze darin hat). Den ganzen Artikel kann man auf den Nachdenkseiten nachlesen und das will ich unbedingt jedem empfehlen! Zu den Einwänden der ehemaligen Volksparteien sag ich nichts, aber die Kommentare der Grünen enttäuschen mich sehr. Es ist so schade, das es in unserem Land keine einzige wählbare Partei mehr gibt.

“Das erste Opfer in der EU war übrigens gar nicht Griechenland, sondern die ersten Opfer waren Ungarn, Rumänien und Lettland. Sie waren am Ende, und dann gab es Milliarden vom Internationalen Währungsfonds und von der EU.Lettland hat daraufhin genau den Kurs beschritten, den Sie jetzt auch Griechenland, Spanien und Portugal vorschreiben. Dort wurden die Löhne um 25 Prozent gekürzt in der Privatwirtschaft sogar um 30 Prozent , die Mehrwertsteuer erhöht und die Zuschüsse für Krankenhäuser um 43 Prozent gesenkt. Die Folge ist ein Rückgang der Nachfrage im Einzelhandel um 30 Prozent, ein Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 22 Prozent das ist der höchste Stand in der EU und ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung.”


Finanzzockerei verständlich erklärt

“Eigenkapital mindert den Profit. Profitabel aber ist – wenn man die Risiken nicht bezahlen muss – das Spiel mit fremdem Geld.
So kommen die berüchtigten cds – (credit default swaps), also die Spekulation auf ausfallende Kredite völlig ohne Eigenkapital aus.
Investmentbanking, Hedgefonds und  das ebenfalls hochriskante Privat Equity konnten ebenfalls unbehelligt von Eigenkapitalforderungen ihre Geschäfte machen.
Das Instrument des “Kredithebels” (die Arbeit der Großbanken mit hohen Summen von geliehenem Fremdkapital, um damit die Renditen auf ihr Eigenkapital zu vervielfachen) haben verheerende Folgen. Eigentlich sind sie auch gar nicht erlaubt, jedoch Kontrollen gibt es zu wenig. Gleichzeitig vervielfacht diese “Kredithebel-Praxis” auch die Verluste, die dem Steuerzahler aufgebürdet werden.”

Eigentlich ist die Sache ganz deutlich. Warum lassen wir uns immer noch an der Nase rumführen? Warum wehren wir uns nicht endlich, wo doch der Abgrund absehbar ist? Bald fällt Spanien…morgen steigen die Preise für Immobilien. Nächsten Monat für Grundnahrungsmittel und nächstes Jahr tauschen wir unsere Laptops und IPhones (die ohne Strom nicht funktionieren) gegen Hühnereier ein.

Scalper…Zockereien mit dem Computer

Hier mal wieder ein Beispiel, warum die Banker unser Untergang sein werden:

So funktioniert das Spiel: Wenn institutionelle Anleger wie Investmentfonds oder Pensionskassen einen größeren Kaufauftrag planen, teilen sie ihn in der Regel in kleinere Pakete auf. Erteilten sie den Auftrag auf einen Schlag, würde die geballte Nachfrage den Kurs nach oben treiben – und dadurch würden sie mehr für ihre Aktien zahlen müssen. Um das zu vermeiden und ihre Absicht zu verschleiern, teilen die Fonds in der Regel die Order in kleinere Pakete und über eine gewisse Kursspanne.Die HFT-Händler wiederum versuchen, mithilfe ihrer Programmen diese Pakete zu orten und die wahre Größenordnung des Auftrags herauszufinden. Unter anderem erreichen sie das, indem sie für kurze Zeit einen eigenen Verkaufsauftrag ausgeben, nur um ihn Sekunden später wieder zu löschen. In der Regel hat der Großanleger inzwischen schon angebissen, die Spekulanten wissen, das Interesse besteht. Das so erworbene Wissen um den bevorstehenden Auftrag nutzen sie aus: In Höchstgeschwindigkeit decken sie sich mit der Aktie ein, treiben so den Kurs in die Höhe und verkaufen zum höheren Kurs an den Investmenfonds oder die Pensionskasse zu verkaufen. Die Differenz ist ihr Gewinn. An der Wall Street werden sie auch scalper genannt. ”

kommt der Hypercrash?

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31060/1.html

“Wenn das gesamte Derivatewettbüro kollabiert, dann werden die meisten dieser Lotterielose wertlos verfallen. Die Luftbuchungen ohne realen Wert sind so gigantisch, dass einem vor diesem Kollaps langfristig nur noch Edelmetalle schützen können, wobei nicht sicher ist, dass bei einer derart gigantischen Schieflage der Besitz dieser nicht ultimativ verboten wird und im Schnellverfahren eine Weltwährung eingeführt wird. “

“So betonte Myron Scholes, der “Vater” der Finanzderivate, der 1997 einen Wirtschaftsnobelpreis für seine Erfindung des Optionen-Modells erhalten hat, dass der Handel mit Derivaten und Credit Default Swaps jetzt so gefährlich außer Kontrolle geraten ist, dass die zuständigen Behörden diesen Markt “auffliegen” lassen müssen. So wird von ihm nichts anderes verlangt, als den gesamten Handel mit außerbörslichen Derivaten (OTC-Handel) komplett einzustellen. “

Die Merkel und der Ackermann

Gibt es eine Affäre zwischen der Bundeskanzlerin und Ackermann? Auf Steuerkosten und Einladung Merkels soll Ackermann seinen Geburtstag im Bundeskanzleramt nachgefeiert haben.

Das ist schön. Deutschlands Lieblingsbanker Josef Ackermann durfte auf Einladung von Bundeskanzlerin Merkel seinen 60. Geburtstag am 22. April 2008 mit 30 Gästen im Kanzleramt nachträglich feiern – auf Kosten der Steuerzahler natürlich.”

Und ich dachte schon, heute gibt es keine auffällig interessanten Meldungen.

Hypo Real Estate und der Wahlkampf

Wie passend zur Jahreszeit: vielleicht schafft Steinbrück es ja noch, sich bis zu den Wahlen zu retten, ohne abgeschossen zu werden. Prof. Kaserer von der TU München klärt uns hier mal auf.

Die Politik hat kein Interesse an einer Aufklärung der Sache.

Die Berichterstattung ist ernüchternd. Hier wird wenigstens mal ein wenig hinterfragt, ob diese Show den richtigen Weg eingeschlagen hat, aber es reduziert sich zu sehr auf das “Kleinreden der Krise” im Vorfeld.

Ich habe ja Verständnis für die Politik, wenn sie versucht Hysterie in der Bevölkerung zu vermeiden. Im Falle der Schweinegrippe kann man ja gut erkennen, dass die Politik anders herum auch gut hinbekommt. Die Bälle flach halten wäre also eine gute Erklärung für die im Artikel genannten Verfehlungen der Regierung.

Nein, mir geht es um was anderes (zum wiederholten Male, denn steter Tropfen höhlt den Stein):

1. Warum gab es kein Risikomanagement, nachdem klar war, dass das Kreditsystem auf Sand gebaut wurde (Grund der Krise war ja immer noch, wir erinnern uns: die Subprime Krise.

2. Warum fragt keiner Asmussen (und später auch Steinbrück) warum deren Argument “wir konnten ja nicht prüfen, ob die Depfa sauber ist” ein Beleg für ihre Unfähigkeit und somit _ ein Schuldbeweis_ bedeutet?

2a. Warum fragt die keiner “warum macht ihr dann Geschäfte mit denen bei einem solchen unklaren Risiko“?? 

3. und warum fragt keiner warum Asmussen und Steinbrück im Vorfeld die Landesbanken befähigten diese riskanten Geschäfte überhaupt erst zu betreiben?

“Wie sehr der HRE-Ausschuss zu einer Wahlkampfveranstaltung mutiert ist, zeigen vor allem die Nickligkeiten zwischen den Parteien. Die SPD geriert sich als Verteidiger von Asmussen. Wo immer sie kann, grätscht sie in Fragen der anderen hinein. Die Union wiederum stürzt sich auf Asmussen. An Weidmann hat sie nur wenige Fragen – obwohl bekannt ist, wie eng der Wirtschaftsberater ihrer Parteichefin mit Asmussen zusammenarbeitete.”

Hype Real Estate: das meint Asmussen

“Ein Einschreiten des Finanzministeriums gegenüber der Bankenaufsicht vor der HRE-Rettung Ende September 2008 sei erkennbar nicht geboten gewesen. Die laufenden Berichte der Aufsicht habe er zwar nicht vorgelegt bekommen. Ihre Kenntnis sei aber auch nicht notwendig gewesen, wie sich im Nachhinein gezeigt habe, sagte Asmussen. “Es bestand kein Anlass, mich zu informieren.”

Genau das ist deren Denke: das Risiko bemisst sich am Bekannten. Nicht das man in solchen Positionen vorausschauend handeln sollte, nein! Nach den herrschenden Regularien hat Asmussen alles richtig gemacht (meint er). Aber Asmussen und Steinbrück haben die Verantwortung agierend tätig zu sein, und nicht nur reagierend. Das ist auch ein Problem für viele – schlechte – Geschäftsführer. Sich möglichst immer im Rahmen des Erlaubten und Nicht-haftbaren bewegen. Wenn dann was schiefgeht: das hat man nicht sehen können.

Aber: die Knowledge und die Fähigkeiten Entwicklungen abzusehen, dafür Risikoabschätzungen zu machen und Notfallpläne auszuarbeiten, das – liebe “führende” Angestellte, oder Bosse – ist Eure Aufgabe. Und da hat Asmussen und Steinbrück total versagt. Umso mehr, als diese beiden erst Methoden zum totalen Untergang in den Kreislauf gebracht haben.

Beide sind schuld. Beide müssen weg.

Aber: die Medien drehen den Schwerpunkt schon deutlich:

Die Opposition wirft insbesondere Ausmussen die Verletzung seiner Sorgfaltspflicht vor und fordert seine Entlassung. Der Grünen-Obmann Gerhard Schick sagte, die Vertreter der Bundesregierung seien schlecht vorbereitet und unstrukturiert in die Verhandlungen mit der Finanzwirtschaft über die Lastenverteilung der HRE-Rettung gegangen. “Deshalb verwundert es nicht, dass das Ergebnis so schlecht war.”

Es geht also schon gar nicht mehr um die Mitschuld der Politik an der Bankenkrise, es geht nur noch um den Deal, den die Banker mit den Politikern am Schluss ausgehandelt haben. Hallo? Hab´ ich was nicht mitbekommen?

Hypo Real Estate…gelaber

Was ist denn hier los? Der Artikel ist unpräzise, geht nicht auf die bisherige Berichterstattung ein, ist zahnlos. Die Grünen wollen jetzt Asmussen rausschmeissen (mit Recht), aber keine Attacke auf Steinbrück . Was soll das? Ein paar Banker versprechen “ganz ehrliche Dinge”, alles wäre “schon komisch”, und “naja, nicht so wirklich ne gute Idee” gewesen.

Die Medien hacken lieber auf der ollen Ulla und ihrem Chauffeur rum, anstelle hier mal die Fetzen fliegen zu lassen. Hallo Ihr Journalisten? _Journalisten_…wisst Ihr noch, was das war?

Bundesbank warnt vor zweiter Runde in der Finanzkrise

Ach nee:

“Deutsche Banken und Sparkassen sind nach Ansicht von Bundesbankpräsident Axel Weber noch nicht über den Berg. Der Abschwung treffe die Kreditinstitute zeitlich verzögert. Wegen einer zunehmenden Zahl von Firmenpleiten drohten den Finanzdienstleistern neue Belastungen.”

Schön auch, das die Medien eine Deflation von -0,5% immer noch “Inflation” nennen.

Zocker-Fonds wetten auf Ende der Schifffahrtskrise

Moderne Leichenfledderei. Oder: wie man die Märkte vorher beeinflusst, um später noch besser abzukassieren:

Charterraten und Preise für Schiffe purzeln: Den Seeverkehr hat die Rezession viel härter getroffen als die Aktienmärkte. Die Krise schaffe einmalige Gelegenheiten, versprechen sogenannte Opportunity-Fonds. Sie erwerben jetzt günstig Schiffe – und hoffen auf einen baldigen Boom. “