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#CCC und seine #Netzthesen: Forderungen für ein lebenswertes Netz

Da sprechen endlich mal die Leute, die sich mit “Netzpolitik” auskennen. Die Netzthesen des Chaos Computer Club.

Wir haben daher in klare Worte gefaßt, welche Errungenschaften erhalten und welche aktuellen Mißstände unserer Meinung nach angepackt werden müssen, welche Risiken für die Zukunft einer wettbewerbs- und lebensfähigen Gesellschaft im Netz wir sehen und wohin die Reise gehen soll.

[...]

Wir sehen es als Problem, wenn das Netz nur als Quell ewigen Übels wahrgenommen wird, welches streng reguliert und möglichst mehrwert-gerecht präsentiert werden muß. Als Abbild des Lebens hat der Markt im Netz seinen Platz – genau wie die Politik, aber keiner der Spieler darf zum übermächtigen Kontrolleur werden. Dazu muß der Staat mit gutem Beispiel vorangehen, darf sich nicht weiter in IT-Großprojekten über den Tisch ziehen lassen, muß die digitale Intimsphäre seine Bürger achten und selbst mit angemessener Transparenz für alle nachvollziehbar, am besten gar maschinenlesbar werden. Und wer Mißstände, Korruption und Datenskandale aufdeckt, muß belohnt, nicht geächtet und bestraft werden.

Dabei sollen die Netzbürger nicht bloß als statistische (Stör-)Größe in ausufernd wachsenden Datenbanken verbucht und verarbeitet werden. Im Gegenteil: Sie sind der Souverän und müssen im selbstbestimmten Umgang mit ihrem Netz ausgebildet werden. Dazu gehört, den Wert von Privatsphäre zu erkennen und mit den intimsten Geheimnissen achtsam umzugehen. Das Netz ist unsere gemeinsame Infrastruktur; unser Staat sollte sie aufbauen, hegen und pflegen, anstatt sich auf das Kleinhalten und Reglementieren zu konzentrieren.

Wir müssen Sorge tragen, daß Bedarfsträger und Verwertungsindustrie nicht mehr Provider und Webseitenbetreiber als Hilfssheriffs und Sündenböcke vor den Karren spannen können. Gleichzeitig müssen die seit langem konkret bekannten Fehlentwicklungen bei Fragen der Softwarepatente und des Urheberrechts korrigiert werden. Ohne neue Grundregeln für das Immaterialgüterrecht und eine Orientierung am Gemeinwohl statt an den wirtschaftlichen Interessen einiger weniger wird sich die Kluft zwischen Politikern und Internetgemeinde nur noch vertiefen.

Der Text ist Balsam für meine geschundene Seele. *g* “Lebenswertes Netz”…ich hab richtig Tränen in den Augen…

…weil ich leider auch so einen Bullshit hier lesen muss. Der Metronaut meint dazu völlig zurecht:

Ihr meint das vermutlich ganz anders mit dem Schengen, mehr so im Frontex-Stil, so mit dicken Mauern außenrum. Intra-Internet, aber europäisch. Die Bösen müssen draußenbleiben. Internierungslager für illegale Websites in Lybien und Marokko. Grenzzäune und Sperren für Pornowebsites, effektive Drittstaatenregelungen, Wärmebildkamera an den Außengrenzen des Internets. Die Bösen sollen draußen bleiben – oder halt im Mittelmeer auf digitalen Nußschalen ersaufen. The Great Schengen Wall of the Junge Union Berlin. Mit Checkpoint Charly im BKA. Na denn, Prost, ihr Flachpfeifen!

#Blizzard verwirft die #Real_ID-Epicfail-Idee: Millionen jubeln

Wow ist ja auch ein Ausdruck ehrlicher Überraschung und Überwältigung. Wie ich gestern schrieb, drehte Blizzard mit seiner Realnamen-Facebook-macht-alles-besser-Philosophie zeitweise richtig ab und zog sich den überwältigenden Zorn der internationalen Wow-Gemeinde zu.

Heute gibt Blizzard in einem offenen Brief bekannt, dass die Realnamen-Geschichte nicht gemacht wird. Der gemeinsame öffentliche – schnelle – Druck der Leute über Blogs, Foren und dann die Holzmedien, ebenso wie sicherlich tausende gekündigte Abonnements (;-)) haben Blizz unglaublich schnell eines besseren belehrt.

Das beste Beispiel für die Notwendigkeit eines freien Internets.

Du bist Terrorist!

Rette Deine Freiheit

Saugut! (Update: aus gegebenem Anlass bleibt dieser Beitrag bis zu den Wahlen ganz oben)

#fsa09 Die Demo, das Ergebnis und ein gutes Statement.

So, Demo ist rum, Weltartikel sagt eigentlich auch schon alles aus:

“Anstatt Informations- und Meinungsfreiheit einzuschränken, müsse die Strafverfolgung professioneller werden.”

und bei Netzpolitik.org heisst es:

“Die 19:00 Uhr Pressemitteilung des “Freiheit statt Angst”-Demobündnis:

* Insgesamt 25.000 Bürger protestierten gegen den Überwachungswahn

* “Freiheit statt Angst” Demonstration ein voller Erfolg”

Leider konnte ich nicht dabei sein. Zwar hatte dieser hier mal die Frage nach der Anzahl der Demonstranten gestellt, aber meine Antwort an ihn, halte ich für extrem plausibel. Und außerdem ein weiteres Beispiel dafür, warum #Zensursula das Elterngeld eingeführt hat:

Tweet an den, der sich über die Anzahl der Demonstranten wundertekönnte man meinen und war tatsächlich auch mein Grund nicht nach Berlin zu fahren.

Anhand der Berichterstattung und vor allem der Tweets über #fsa09 konnte ich gut dabei sein und habe meine following-Liste etwas ergänzen können. Der Live-Ticker der taz war dann der ausschlaggebende Link zu der Aussage von Johnny Haeusler:

Auch wenn Johnny der Betreiber des Spreeblick ist und somit einer der Mitunterzeichner des “Internet Manifests” (ja, ich kanns nicht sein lassen und muss Trolle füttern), so sind seine Worte wohl auch für die “alten Leut” mal verständlich. Vielleicht nutzt es ja was.

Ich bin mir aber sicher, dass die “geringe” Anzahl der Teilnehmer noch von den etablierten Parteien und vor allem von den Concrete-Heads Schäuble und von der Leyen als “unter ferner liefen”, bzw. “lächerlich” abgewunken werden.

Leider machen mir die Jungs von der Piratenpartei in ihren Interviews nicht gerade die kompetentesten Eindrücke. Gut, die müssen das Politisieren und Quatschen noch lernen, aber wenn ich mir z.B. Interviews von Beckedahl oder den Leuten des CCC ansehe, so meine ich, merkt man denen die Routine mit den Medien schon mehr an.

Na, ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen. Aber 150.000 Teilnehmer wären besser gewesen. Wie gesagt: wenn alle _wir Eltern_ die durch #Zensursula zur Elternschaft in den letzten 2 Jahren “verführt” ;-) worden sind, dabei gewesen wären, hätten sich wohl die 150.000 Leute zusammengefunden.

Freiheit statt Angst

http://netzpolitik.org/2009/freiheit-statt-angst-die-groesste-buergerrechts-demo-aller-zeiten-steht-bevor/ http://www.ccc.de/updates/2009/demo-berlin?language=en

“Auf die Straße: Für Freiheit, Demokratie und gegen Zensur!

September 05, 2009 (frankro) Der Überwachungs- und neuerdings auch Zensurwahn hat im Superwahljahr 2009 nicht nachgelassen. Der Chaos Computer Club (CCC) ruft daher gemeinsam mit dem Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung zur Teilnahme an der Großdemonstration “Freiheit statt Angst” am 12. September 2009 in Berlin auf. Treffpunkt ist um 15 Uhr am Potsdamer Platz.

Wir denken: Es reicht nicht, darauf zu warten, dass das Bundesverfassungsgericht die hysterischen “Sicherheitspolitiker” vielleicht mal wieder zur Ordnung ruft. Es ist vielmehr Zeit, den in kollektiver Terrorpsychose verfangenen Politdarstellern zu zeigen, was wir von ihrer Seifenoper halten. Die Gelegenheit ist günstig, denn wir haben bald wieder die Wahl und müssen klarmachen, was unsere Prioritäten sind. Informationsfreiheit und digitale Bürgerrechte sind keine Selbstverständlichkeit mehr und brauchen daher eine starke Stimme auf der Straße, nicht nur im Netz.

Wir wissen: Demonstrieren macht sexy, verbessert die Muskulatur und schafft Möglichkeiten zur persönlichen unbelauschten Fraternisierung mit Gleichgesinnten. Deshalb: Bringt Eure tollen T-Shirts, Plakate, Oma, alle Euch bekannten Mobiltelefonbesitzer, freiheitsverliebte Nachbarinnen und Luftballons mit und kommt auf die Straße. Wir schreiben es den Internetausdruckern ins Stammbuch: Weniger Freiheit bringt uns nicht mehr Sicherheit, Stoppschilder retten kein Kind. “

Ich wär je gern hin…geht Ihr wenigstens hin.

Zypries in der taz

Nein, Fefe, keine Sorge ich schreibe nicht unüberlegt von Dir (Netzpolitik.org schreibts ja auch)  ab. Aber Du nimmst mir eben alle Worte vorweg (und das muss ich einfach alles zitieren): http://blog.fefe.de/?ts=b457e9d5

“[l] Die Zypries hat der taz ein Interview gegeben, http://www.taz.de/1/politik/schwerpunkt-ueberwachung/artikel/1/die-piraten-sind-mir-zu-konservativ/

bei dem sich die Balken nur so biegen. Ich kann da gar keinen besonders schlimmen Teil rausgreifen, weil das nur so ein Feuerwerk an schlimmen Teilen ist. Zypries ist eingeschnappt, dass wir nicht mehr mit ihr reden wollen, weil sie das Zensurgesetz gemacht hat, obwohl wir ihr alle Argumente dagegen in die Hand gegeben haben. Zypries ist eingeschnappt, dass die Leute die Piratenpartei der SPD vorziehen, obwohl sie bei den Piraten keine Position zu “Arbeitsmarkt, Chancengerechtigkeit, Wirtschafts- und Finanzkrise” hat.

Was war noch gleich das SPD-Modell dazu? Arbeitsmarkt? Hat die SPD mit Ein-Euro-Jobs und Hartz IV nachhaltig zerstört. Chancengerechtigkeit ist ein übelkeitserregender Neocon-Kampfbegriff, mit dessen Benutzung sie sich krass demaskiert hat, wahrscheinlich ohne es zu merken. Chancengerechtigkeit sagt nämlich, dass die Leute nicht ein Recht auf gutes Leben haben müssen, sondern nur die Chance auf gutes Leben, d.h. wenn man jedem ein Lotterielos in die Hand drückt, hat man Chancengerechtigkeit, und das ist ja auch genau das, was INSM und ihre Jünger gerne erreichen wollen. Die Leute sollen alle arm gehalten werden, aber mit Taschenspielertricks wie “Chancengerechtigkeit” verarscht man sich hinreichend, dass sie das mit sich machen lassen. Und die Wirtschaftskrise hat die SPD ja auch hervorragend in den Sand gesetzt mit ihrer Bankenrettung und der resultierenden Monsterverschuldung für jeden von uns. Wenn ich mir das mal so angucken, dann wäre in jedem dieser Punkte kein Programm besser gewesen als das SPD-Programm.

Aber weiter im Text. Da kommen dann so Höhepunkte wie

Ja, selbstverständlich nehme ich die Sorgen der Internetgemeinde sehr ernst. Ich habe das immer getan und auch öffentlich deutlich gemacht. Ich befinde mich konstant im Dialog mit Vertretern der Internetgemeinde. und Aber wenn ich etwas politisch für richtig halte, dann kann ich das nicht fallen lassen, weil eine bestimmte Gruppe der Internetnutzer droht, eine andere Partei zu wählen. Das hätte mit konsequenter und geradliniger Politik nichts zu tun. Aha, das Einführen von Internetzensur ist also konsequent und geradlinig. Mit anderen Worten: die Langzeitstrategie der SPD kulminiert zwangsläufig in der Einführung von Zensur. Das ist ja mal eine starke Aussage. Ich gebe ihr natürlich vollumfänglich Recht an der Stelle, bezweifle aber, dass sie verstanden hat, was sie da gerade zugegeben hat.

Oh und noch eine schöne “beleidigte Leberwurst” Stelle:

Und es ist ja nicht so, dass wir nicht mit den Kritikern der Internetsperren geredet hätten. Ihre Argumente sind berücksichtigt worden, wir haben die Regelung eng ausgestaltet, Rechtsschutz eingebaut und das Ganze auf drei Jahre befristet. Zur Wahrhaftigkeit im politischen Diskurs würde es gehören, das auch anzuerkennen. HAHAHAHA, oh und wie wir das anerkannt haben. Keiner von uns hat vergessen, dass Frau Zypries persönlich an dem Gesetz geschrieben hat, dass in Deutschland die Internetzensur eingeführt hat. Eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte. Wie könnte das irgendjemand vergessen! Nein nein, Frau Zypries, keine Sorge, das vergessen wir Ihnen nicht. Naja lest mal selber, ein Höhepunkt jagt den nächsten. Sie gibt auch noch zu, dass die CDU mit ihrer stumpfen Proleten-Rhetorik sie zu dem Gesetz getrieben hat. Oh und die Provider waren Schuld, denn wenn die sich nicht die Verträge hätten aufzwingen lassen, hätte sie kein Gesetz machen müssen, um das zu legalisieren. Unfaßbar.

Oh und sie tritt für eine Selbstregulierung des Internets ein. Die Länder sollen sich verpflichten, für ein sauberes Internet zu sorgen! Als Vorbild nennt sie den Großvater aller vollständig verkackten Initiativen, das Kyoto-Protokoll! Harharhar.

Selbstverpflichtungen sind besser als ihr Ruf! Bwahahaha, das tragische ist ja, dass man den Eindruck hat, sie meint das wirklich alles so. Selbstverpflichtungen sind nicht das Papier wert, auf dem sie stehen. Das macht man nur aus Wahlkampfgründen, damit man sagen kann, man habe etwas getan.

Oh und dann sagt sie, wieso die Piraten keine Chance haben:

Es reicht nicht, wenn sich die Programmatik einer Partei darin erschöpft, einem Lebensgefühl Ausdruck zu verleihen nach dem Motto: wir sind jung, wir kennen das Netz und ihr Alten versteht davon nichts. Was die Piratenpartei zudem von den Grünen in ihren Anfängen unterscheidet: Ihr fehlen die Galionsfiguren mit politischem Profil, wie beispielsweise Otto Schily oder Joschka Fischer. Da hat sich ja die richtigen Knalltüten rausgesucht. Joschka Fischer ist so überassimiliert, dass er mit Anzug und Schlips rumrennt, Deutschland zurück in den Krieg geführt hat, und ein Pipelineprojekt für die Energiemafia managed, und Otto Schily ist zur SPD gewechselt, wo er dann CDU-Politik gemacht hat. “

Demo in Berlin am 12 September

Hier bei Netzpolitik wird nochmal auf kommenden Samstag aufmerksam gemacht:

“Unterstützer: Es haben mittlerweile 163 Unterstützerorganisationen, -verbände, -bands, Firmen und Initiativen den Demo-Aufruf unterzeichnet. Das ist das breiteste Bündnis für Bürgerrechte und ein freies Internet und gegen Überwachung, das Deutschland je gesehen hat. Nach vorsichtigen Schätzungen repräsentieren diese Unterstützer mehr als drei Millionen Mitglieder (Doppelmitgliedschaften schon statistisch rausgerechnet), das ist mehr als die Summe aller Parteimitglieder der Großen Koalition und aller Mittel- und Kleinparteien zusammen. “

CDU liest Emails Ihrer Parteimitglieder

Lol-des-Tages. Die betrachten Emails zum einen als Postkarten, zum andern hat den Adressinhabern keiner gesagt, dass sie die Email überhaupt über die Fraktionsspitze laufen lassen. Und das schon seit einem Jahr!

CDU Spindoctors, Zensursula und der CCC

Fefe hier erläutert nochmal was hinter der Lüge der von der Leyen steckt, dass der CCC erstmal ein paar Vorschläge gegen die Sperrseitenidee machen sollte:

“Daher haben wir im Februar 2009 eine Email an Zensursulas Ministerium geschickt, wo wir ihnen Hilfe bei der Strafverfolgung von Kinderpornographie angeboten haben. Die haben den Eingang bestätigt und das zu den Akten genommen und sich nie wieder gemeldet. Die Email war vom 12.2. Das selbe Angebot gab es am Vortag im persönlichen Gespräch mit Frau von der Leyen höchstselbst. Ihr seht also: auf jeder Ebene ist das ein transparentes Lügengebilde, auf das hoffentlich niemand hereinfallen wird, der sich auch nur oberflächlich Gedanken zur Thematik gemacht hat.”