Tag Archive for 'generationenkonflikt'

#fsa09 Die Demo, das Ergebnis und ein gutes Statement.

So, Demo ist rum, Weltartikel sagt eigentlich auch schon alles aus:

“Anstatt Informations- und Meinungsfreiheit einzuschränken, müsse die Strafverfolgung professioneller werden.”

und bei Netzpolitik.org heisst es:

“Die 19:00 Uhr Pressemitteilung des “Freiheit statt Angst”-Demobündnis:

* Insgesamt 25.000 Bürger protestierten gegen den Überwachungswahn

* “Freiheit statt Angst” Demonstration ein voller Erfolg”

Leider konnte ich nicht dabei sein. Zwar hatte dieser hier mal die Frage nach der Anzahl der Demonstranten gestellt, aber meine Antwort an ihn, halte ich für extrem plausibel. Und außerdem ein weiteres Beispiel dafür, warum #Zensursula das Elterngeld eingeführt hat:

Tweet an den, der sich über die Anzahl der Demonstranten wundertekönnte man meinen und war tatsächlich auch mein Grund nicht nach Berlin zu fahren.

Anhand der Berichterstattung und vor allem der Tweets über #fsa09 konnte ich gut dabei sein und habe meine following-Liste etwas ergänzen können. Der Live-Ticker der taz war dann der ausschlaggebende Link zu der Aussage von Johnny Haeusler:

Auch wenn Johnny der Betreiber des Spreeblick ist und somit einer der Mitunterzeichner des “Internet Manifests” (ja, ich kanns nicht sein lassen und muss Trolle füttern), so sind seine Worte wohl auch für die “alten Leut” mal verständlich. Vielleicht nutzt es ja was.

Ich bin mir aber sicher, dass die “geringe” Anzahl der Teilnehmer noch von den etablierten Parteien und vor allem von den Concrete-Heads Schäuble und von der Leyen als “unter ferner liefen”, bzw. “lächerlich” abgewunken werden.

Leider machen mir die Jungs von der Piratenpartei in ihren Interviews nicht gerade die kompetentesten Eindrücke. Gut, die müssen das Politisieren und Quatschen noch lernen, aber wenn ich mir z.B. Interviews von Beckedahl oder den Leuten des CCC ansehe, so meine ich, merkt man denen die Routine mit den Medien schon mehr an.

Na, ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen. Aber 150.000 Teilnehmer wären besser gewesen. Wie gesagt: wenn alle _wir Eltern_ die durch #Zensursula zur Elternschaft in den letzten 2 Jahren “verführt” ;-) worden sind, dabei gewesen wären, hätten sich wohl die 150.000 Leute zusammengefunden.

Nun nehmen die Medien auch den Prozess wahr

Sehr guter Artikel über die Motive der “Generation C64″, wie sie sich selber nennt.

Seipenbusch zählt sich selbst zur »Generation C64«. Der 41-Jährige ist vor dem Computer Commodore 64 groß geworden, spielt Videospiele und programmiert, seit er denken kann. Die Welt im Internet empfand er von Beginn an als einen friedlichen Ort, an dem sich vernünftige Menschen austauschen. Dann kamen die großen Konzerne ins Netz, später folgte die Politik. Und jetzt, sagt er, tue die Bundesregierung so, als könne man das Internet genauso regulieren wie die reale Welt. Sie tue so, als herrsche in einem Teil des Netzes Anarchie. »Wir handeln aus einer Verteidigungshaltung heraus«, sagt Seipenbusch. Hätten sie ihn einfach in Ruhe gelassen, die Politiker, er hätte wohl friedlich in seinem Computerraum weitergewerkelt. Aber weil die Politiker keine Ruhe wollten, müssen die Piraten jetzt zurückschlagen, findet Seipenbusch. Der stille Seipenbusch ist aus der Deckung gekommen, tagsüber kümmert er sich um Server-Updates, abends um die Bundestagswahlkampagne.

In einer Hinsicht ist der Piratenchef beispielhaft für viele seiner Mitstreiter: Die neue Apo kämpft nicht für eine bessere Welt, sie hatte schon früh ihre eigene. Die Aktivisten der neuen Apo kommunizieren weltweit, halten Kontakt zu Freunden über Facebook und twittern einander zu: »Wo bist du gerade? Was tust du?« Sie finden im Internet Antworten auf alle Fragen. Es ist, als hätten sie einen wichtigen Teil ihrer Persönlichkeit von dort hochgeladen. Deshalb fühlt sich die neue Apo empfindlich verletzt, wenn Politiker die Handlungsfreiheit im Internet einschränken wollen. Politiker werden als Eindringlinge empfunden in eine Welt, die nicht ihnen gehört. In der sie sich nicht auskennen. Über die sie keine Macht ausüben dürfen. Die jungen Piraten sagen über sich, sie verteidigten die Bürgerrechte. Wahrscheinlich verteidigen sie aber vor allem sich selbst.”

World of Warcraft: Cataclysm

Die Druiden der Welt verspüren kommendes Unheil. Krenn, der alte Taure durchstreift die Welten um die mögliche Ursache zu erforschen. Etwas ist unruhig geworden. Ein Ausbruch steht bevor.

Die alten Kontinente werden verändert, Fliegen überall möglich…hua! Ich freu mich drauf…

“Die Duldungsstarre ist vorbei”

Ein umfänglich erklärender Artikel im Rheinischen Merkur, über Netzpolitik.org:

“Einen Schuss vor den Bug könne die Piratenpartei den etablierten Parteien durchaus verpassen, glaubt Constanze Kurz, Informatikerin an der TU Berlin und prominentes Mitglied des Chaos-Computer-Clubs (CCC). Nicht nur Wähler unter 25 Jahren seien die natürliche Klientel einer digitalen Bürgerrechtspartei, sagt Kurz. „Es geht um Wähler bis 45.“ Sie persönlich kenne niemanden mehr in diesem Alter, der keinen Rechner habe. Ein großer Kreis von potenziellen Wählern also, die sich ärgern über „Laiengesetze, die sich nicht um die Verfassung scheren“.”

Ein Kommentar bei Markus Beckedahl meint dazu:

“Blogger haben das Potential zur APO von heute. Bleibt zu wünschen und zu hoffen das aus dem Aufschrei – dem Aufwind ein “Arsch Huh” wird um sich in Stimmen auf den Stimmzetteln zur Wahl im September niederzuschlagen.”

Übrigens der Grund, warum ich das hier mache ;-)

CDU wirbt mit Komasaufen

*lol* “erst Hirn wegsaufen, dann CDU wählen, geht ja auch nicht anders!”

http://www.heise.de/tp/blogs/8/143782

http://blog.fefe.de/?ts=b4727701

http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/bochum/2009/8/19/news-129865742/detail.html

die Alten wollen nicht verstehen…

und dieses Thema ist schon etwas älter. Heute sind es die Killerspiele.

jetzt sind die Nazis dran (war absehbar)

das Internet ist die Achse des Bösen. Besser als in netzpolitik.org kann man es nicht schreiben, deswegen:

“Aber schön, dass wir ein weiteres fundiertes Argument für Netzsperren haben. Auch wenn die Verfasser der Studie Netzsperren nicht explizit fordern. Ist ja auch nicht nötig, kann ja nicht angehen, das mit den Nazis im Internet. Sich die bei Heise verlinkten Broschüren anzuschauen, kann freilich trotzdem nicht schaden.

Update, 15.08.: Für die Prognose oben brauchte ich nicht einmal eine Kristallkugel:

Der bayrische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat eine Ausweitung der Web-Sperren auf rechtsextreme Internet-Seiten gefordert, meldet die Presseagentur dpa unter Berufung auf die Bild-Zeitung. Gegenüber Bild sagte der Politiker: “Die Zahlen zeigen, dass wir zur Bekämpfung härtere Maßnahmen wie eine Sperrung von rechtsextremen Internetseiten dringend brauchen”. Herrmann bezieht sich dabei auf einen Bericht der Organisation jugendschutz.net [...] (Quelle: Heise Online, via Vera und Ralf auch schon unten in den Kommentaren)”

Die Jungen Liberalen schiessen ihre Mitglieder mit einem „Arguliner“ gegen die Piratenpartei ein.

Die FDP hat von mir eigentlich noch keine auf den Sack gekriegt. Aber sowas hier zwingt mich dazu:

„Die beste Strategie ist, die Piratenpartei gar nicht erst selbst aktiv ins Gespräch zu bringen und dadurch ihren Bekanntheitsgrad weiter zu steigern (keine gemeinsamen Aktionen oder Pressemitteilungen). Sie bekommt im Moment schon genug Öffentlichkeit und gute Presse. Das ist aber kein Grund unruhig zu werden! Bisher gibt es keine Umfrage, die die Piratenpartei auch nur in der Nähe der 5%-Hürde sieht. Also einfach cool bleiben, sie im Auge behalten und nötigenfalls argumentativ reagieren!“

*mit dem Kopf auf den Tisch klopf*

Wie unglaublich dämlich muss jemand sein, wirklich diese Worte zu schreiben, also nachlesbar, nachweisbar zu machen? Ich bin sprachlos ob soviel Ungeschicktheit! Da sollen Mitglieder mit einem „Arguliner“ standfest gemacht werden und der Arguliner selbst strotzt nur so vor Argumenten für die Piraten und gegen sich selbst! *rotfl*

Deren Anmerkung zu „b. Geistiges Eigentum“, offenbart doch nur, dass die jetzt versuchen die Argumente der Piraten, vermischt mit den Zwängen der Bundespartei, als was eigenes darzustellen. Schön, dass sie selber schreiben:

 „Wir JuLis haben uns in unserem Wahlprogramm dazu nicht geäußert. Unsere Beschlusslage sieht jedoch folgendes vor“

Ihr „Julis“ solltet mal nachdenken, bevor ihr was schreibt! Erstens habt ihr nun bewiesen, dass ihr nix auf der Pfanne habt und bei anderen klauen müsst. Zweitens beweist ihr, dass ihr unter der Fuchtel der Bundespartei steht und drittens liefert ihr eine stattliche Anzahl von FDP-nicht-wählen-Argumenten, da ihr sie a. aufzählt *kopfschüttel* und b. mies gegenargumentiert *wegschmeiss*

Generationenkonflikt? Ach was!

Mich nervt diese eingeschränkte Argumentation, die “Unruhe” im Netz hätte irgendwas mit “der Jugend” zu tun.

„Wer redet denn immer von “der Jugend”? Leute: ich bin Jahrgang 69, werd 40, hab seitdem ich 12 bin mit Computern zu tun: das sind fast 30 (!) Jahre! Das Problem nur als Generationenkonflikt zu bezeichnen reicht noch lange nicht aus:

Es ist eher so, dass ein Teil der Bevölkerung, der bisher passiv gewesen ist beginnt aktiv zu werden. Das Internet ist die Quelle der Aufklärung: die öffentliche Meinung macht sie sich über dieses Medium selbst. Die Politik verliert den Einfluss zur Beeinflussung zu verlieren. Und das ist die größte Angst der Politik. Und da gehören alle etablierten Parteien dazu.

Bisher habe ich alles über mich ergehen lassen. Über die Aufregung der Volkszählung der 80er Jahre habe ich mich gewundert, aber der Einfluss des Volkes auf die Politik hat mich beruhigt und im Glauben an eine funktionierende Demokratie bestärkt.

Seit geraumer Zeit aber läuft der Film wohl ohne das Volk ab: jeden Tag erlebt man, wie man in seiner Meinung beeinflusst werden soll; wie Dinge vertuscht werden, wie geschwiegen wird, wenn es so sein soll, wie übertrieben wird, wenn es so sein soll, wie gelogen wird, wie angst gemacht wird, wie entmündigt wird, usw:

Banken, Atomkraft, Endlager, Kriegstreiben, Terrorismusängste schüren, Subventionen, zweifelhafte Politiker mit zweifelhaften Lebensläufen und zweifelhaften Weltphilosophien (UvdL, Silvana Koch-Mehrin, Schweinegrippen-Lobbyismus, Iraneinmischungen, Somalia-Piraten-Perversionen, usw.usf..)

Nicht der Generationenkonflikt ist das Problem: die Politik macht hauptsächlich Mist und versucht uns für Dumm zu verkaufen.“

“Die da oben verstehen nur offline”

Kinners, es hilft nichts, wir müssen wohl wieder auf die Straße. Die Jungs und Mädels da oben verstehen nur offline. ;)

Vielen Dank an Gachmuret für diese Wahrheit!