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Spambots sind nervig

Ein jeder der eine eigene Website hat, wird sich mit den Referrern beschäftigen. Das sind Anfragen von anderen Seiten, die eigentlich über einen Link auf die eigene Website entstanden sind. So ähnlich schreiben Blogprogramme auch Track- oder Pingbacks um eigene Artikel mit den verlinkten Artikeln anderer Blogs dort im jeweiligen Kommentar anzuzeigen. Damit erzeuge ich Traffic auf meine Seite, denn vielgelesene Blogs bringen mir durch meine Trachbackkommentare auch Leser hier.

Zurück zum Thema: beim durchsehen der Referrer für diesen Monat fallen mir immer öfter sinnlose Websiten auf, bei denen nichts von meiner Site verlinkt wurde, die aber dennoch als Referrer bei mir auftauchen. Verfolgt man den Link, kommt man zu einer absurde Seite, die mich überhaupt nicht interessiert. Tja, aber wem gehört die Seite? Wir schauen ins Impressum und finden eine Dame aus Sterzing in Italien. Sucht man nach dem Webseitenbetreiber findet man einen Herr Peter Wieland auch aus Sterzing. Hierzu findet man nach kurzer Suche einen Blogeintrag:

Man könnte dies eigentlich als ganz reinrassigen Referrerspam bezeichnen, es gibt ja keinen anderen Sinn als eben die “Werbebotschaft” zu überbringen,

und in den Kommentaren antwortet besagter Herr Wieland dann auch des öfteren. Auch im Blogartikel taucht die Serveradresse des Herrn Wieland auf, genau so wie bei mir:

jetzt wird man von referertrick.de auf http://www.sourceweb.eu weitergeleitet

Sourceweb brüstet sich jetzt damit “RefererTrick-Script Dies ist das originale Script von RefererTrick.com.” und verkauft dieses Script an jeden Deppen, der nun den ganzen Mist von vorne beginnen lassen kann.

So, jetzt hab ich also einen Lernresistenten Webseitenbetreiber, der meinen Server mit unerwünschtem Traffic vollmüllt. Was mach ich denn da?

#CDU Merkel: das Internet macht Politik schwerer

Merkel gefällt es nicht, wenn sich Bürger informieren ohne die vorgefertigte Meinung der Massenmedien fressen zu müssen. Hier ein Artikel bei Heise.

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#CCC und seine #Netzthesen: Forderungen für ein lebenswertes Netz

Da sprechen endlich mal die Leute, die sich mit “Netzpolitik” auskennen. Die Netzthesen des Chaos Computer Club.

Wir haben daher in klare Worte gefaßt, welche Errungenschaften erhalten und welche aktuellen Mißstände unserer Meinung nach angepackt werden müssen, welche Risiken für die Zukunft einer wettbewerbs- und lebensfähigen Gesellschaft im Netz wir sehen und wohin die Reise gehen soll.

[...]

Wir sehen es als Problem, wenn das Netz nur als Quell ewigen Übels wahrgenommen wird, welches streng reguliert und möglichst mehrwert-gerecht präsentiert werden muß. Als Abbild des Lebens hat der Markt im Netz seinen Platz – genau wie die Politik, aber keiner der Spieler darf zum übermächtigen Kontrolleur werden. Dazu muß der Staat mit gutem Beispiel vorangehen, darf sich nicht weiter in IT-Großprojekten über den Tisch ziehen lassen, muß die digitale Intimsphäre seine Bürger achten und selbst mit angemessener Transparenz für alle nachvollziehbar, am besten gar maschinenlesbar werden. Und wer Mißstände, Korruption und Datenskandale aufdeckt, muß belohnt, nicht geächtet und bestraft werden.

Dabei sollen die Netzbürger nicht bloß als statistische (Stör-)Größe in ausufernd wachsenden Datenbanken verbucht und verarbeitet werden. Im Gegenteil: Sie sind der Souverän und müssen im selbstbestimmten Umgang mit ihrem Netz ausgebildet werden. Dazu gehört, den Wert von Privatsphäre zu erkennen und mit den intimsten Geheimnissen achtsam umzugehen. Das Netz ist unsere gemeinsame Infrastruktur; unser Staat sollte sie aufbauen, hegen und pflegen, anstatt sich auf das Kleinhalten und Reglementieren zu konzentrieren.

Wir müssen Sorge tragen, daß Bedarfsträger und Verwertungsindustrie nicht mehr Provider und Webseitenbetreiber als Hilfssheriffs und Sündenböcke vor den Karren spannen können. Gleichzeitig müssen die seit langem konkret bekannten Fehlentwicklungen bei Fragen der Softwarepatente und des Urheberrechts korrigiert werden. Ohne neue Grundregeln für das Immaterialgüterrecht und eine Orientierung am Gemeinwohl statt an den wirtschaftlichen Interessen einiger weniger wird sich die Kluft zwischen Politikern und Internetgemeinde nur noch vertiefen.

Der Text ist Balsam für meine geschundene Seele. *g* “Lebenswertes Netz”…ich hab richtig Tränen in den Augen…

…weil ich leider auch so einen Bullshit hier lesen muss. Der Metronaut meint dazu völlig zurecht:

Ihr meint das vermutlich ganz anders mit dem Schengen, mehr so im Frontex-Stil, so mit dicken Mauern außenrum. Intra-Internet, aber europäisch. Die Bösen müssen draußenbleiben. Internierungslager für illegale Websites in Lybien und Marokko. Grenzzäune und Sperren für Pornowebsites, effektive Drittstaatenregelungen, Wärmebildkamera an den Außengrenzen des Internets. Die Bösen sollen draußen bleiben – oder halt im Mittelmeer auf digitalen Nußschalen ersaufen. The Great Schengen Wall of the Junge Union Berlin. Mit Checkpoint Charly im BKA. Na denn, Prost, ihr Flachpfeifen!

#pdn, #Netzpolitik und #Innenminister einfach Unglaublich!

Hier mein Senf zum Thema “gemeinsame Netzpolitik” und Internet wie es der Innenminister meint und wie es auch hier diskutiert wird. Mich wundert es, dass es die Netzgemeinde (?) so überrascht und wohlwollend aufnimmt. Dieses Schäuble-Abziehbild argumentiert da unverhohlen über Zensur, Regulation, Staatsmonopole, Markteinschränkungen, Steuerhinterziehung und Wahlfälschungen. Massenentlassungen nicht zu vergessen. Aber wir sind ja schon froh, wenn man sich, zumindest dem Eindruck nach, mit uns beschäftigt. Ich kann dazu nur sagen:

Seid ihr alle besoffen, oder glotzt ihr zuviel WM?”

Ich streich einfach mal die Sätze, die ich für überflüssiges Geplänkel halte, unterstreiche die guten und fasse dann die Substanz zusammen:

14 Thesen zu den Grundlagen einer gemeinsamen Netzpolitik der Zukunft

These 1 – Bewusstsein für gemeinsame Werte schärfen
Gemeinsame Werte sind das Fundament unseres Zusammenlebens – je stärker sie
unser Bewusstsein und Handeln bestimmen, desto weniger brauchen wir staatliche Einflussnahme und Reglementierung.
Unser Menschenbild und unsere Werte prägen auch die Einstellung zum Internet. Wir sollten uns an den Werten der Freiheit, Selbstbestimmung und Eigenverantwortung, dem Gebot des gegenseitigen Respekts und der Rücksichtnahme sowie der Chancengleichheit und Solidarität orientieren.

Ja. Genau. Also schonmal eine eigentlich unnötige These. (Da waren es nur noch 13)

These 2 – Rechtsordnung mit Augenmaß weiterentwickeln
Bei der Gestaltung und Weiterentwicklung der Ordnung im Netz sind folgende Prinzipien zu beachten:

Wir sollten – soweit als möglich – auf das bestehende Recht zurückgreifen und
Selbstregulierungskräfte stärken.

D..h.: wir brauchen mehr Gesetze für das Netz.

Bei der darüber hinaus notwendigen Weiterentwicklung des Rechts ist darauf zu achten,dass die Rechtsordnung entwicklungsoffen für Innovation und Fortschritt bleibt, technikneutral ausgestaltet wird und Gesetze aufgrund von Einzelfällen vermieden werden. Die Entwicklung von nationalem, supranationalem und internationalem Recht muss Hand in Hand gehen.

D.h. z.B. die internationale Firma Apple darf kein Geld für die Apps des iPad verdienen, denn dann verdienen unsere Freunde vom Bertelsmann und Springer nix mehr. Google darf nicht alles darstellen, sondern nur das, was wir wollen. Das Netz war immer technikneutral. Erinnert Euch an Netscape? Einst Quasimonopol, heute Geschichte. Weil das Netz selbst für Offenheit gesorgt hat. Dazu braucht es keinen Staat.

These 3 – Freie Entfaltung im Netz und Ausgleich zwischen kollidierenden
Freiheitsrechten Privater ermöglichen
Jeder hat das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit im Internet. Es ist auf
Wissensvermehrung und soziale Teilhabe gerichtet
. Durch die freie Entfaltung im
Internet ist das Phänomen „persönlicher“ Datenmacht entstanden. Sie muss daher stärker mit den Persönlichkeitsrechten anderer zum Ausgleich gebracht werden. Die freie Entfaltung der Persönlichkeit im
Internet lässt sich jedoch nicht durch das klassische Datenschutzrecht im Sinne eines Verbots mit Erlaubnisvorbehalt begrenzen. Für den gebotenen Ausgleich müssen wir zuvörderst soziale Regeln entwickeln. Der Staat sollte zur Ergänzung in erster Linie sein zivilrechtliches Instrumentarium zur Verfügung stellen.

D.h.: wir brauchen mehr Gesetze zur Regulierung des Internets, da sein zivilrechtliches Instrumentarium ja (s.o.) nicht ausreicht. Eine überflüssige These mehr (nun sinds noch 11).

These 4 –Selbstbestimmung und Eigenverantwortung stärken
Selbstbestimmung und Eigenverantwortung der Nutzer müssen gestärkt werden. Die Kontrolle des Einzelnen über sein Handeln in der digitalen Welt muss gewahrt bleiben. Wir brauchen hierzu mehr Aufklärung über die Abläufe im Internet, Möglichkeiten der eigenverantwortlichen Selbstkontrolle und die datenschützende Qualität von Diensten. Dies gilt etwa beim Cloud-Computing, dem Umgang mit elektronischen Identitäten und bei der Steuerung eigener IT-Systeme sowie vernetzter Alltagsgegenstände.

D.h. Wir müssen staatliche technische Strukturen entwickeln, die Teile des Internets in unserem Interesse regulieren und ggf. zensieren können. Außerdem haben wir das Thema Technik überhaupt nicht verstanden und wollen es mal erklärt bekommen.

Mehr Wettbewerb im Netz stärkt Selbstbestimmung und Eigenverantwortung der Nutzer.

das ist ein völlig sinnfreier Satz. Der Mann oder seine Berater haben echt überhaupt keine Ahnung wovon sie da reden.

Dafür brauchen wir mehr Verfügungsgewalt über unseren virtuellen Hausrat.

Ah! Die Erklärung: “wir wollen alles/Geschichte/Fakten/Entscheidungen/Prozesse/Wahrheiten was wir im Netz haben selbst löschen können, damit ihr es später nicht dummerweise wieder findet und es gegen uns verwenden könnt. Oder besser: unsere Suchmaschine CD-GUgle.de zeigt nur das, was Ihr sehen sollt. Welcome back to TV.

Dies ist gegenwärtig in vielen Bereichen nicht gegeben, etwa weil Dienste von einer bestimmten Plattform abhängig sind oder weil es beim Umzug zwischen sozialen Netzwerken keine Möglichkeit gibt, „seinen Datenbestand mitzunehmen“.

Ich schreib auf “Wer kennt wen” nur dass rein, was ich dort reinschreiben will. Ich schreib bei “Xing” nur das rein, was dort stehen soll und ins Blog ebenso. Wovon reden die hier zum Kuckuck eigentlich schon wieder. Das ist so ein Pseudo-ich weiss Bescheid-Geschreibsel was den Eindruck von Wissen vermitteln soll,  um dem dummen Internetausdrucker die Sicherheit vorzutäuschen, die hätten diese böse Sache Internet auch wirklich verstanden. Wählerstimmen, Quote, nix anderes.

Wir sollten die Ausübung der bestehenden Betroffenenrechte, wie z. B. das Recht auf Auskunft oder das Recht auf Widerspruch, insgesamt vereinfachen, indem wir hierfür bessere Online-Möglichkeiten schaffen.

“bessere Online-Möglichkeiten”? Was ist das denn? Ne Homepage wo man sich beschweren kann, oder was?

These 5 – Anonymität und Identifizierbarkeit abwägen
Der freie Bürger zeigt sein Gesicht, nennt seinen Namen, hat eine Adresse.

Also zum einen ist das Netz ja nicht anonym. Zum anderen kann das Netz anonym sein. Der Standarduser ist aber nicht anonym, selbst wen er es meint. Die Freiheit anonym zu bleiben ist eine der herausragenden Grundeigenschaften des Netzes und damit etwas was es beizubehalten gilt. Das will unser Minister aber nicht.

Gleichzeitig sind wir es gewohnt, im Alltag grundsätzlich unbeobachtet zu handeln. Beides muss auch im Internet normal bleiben. Eine schrankenlose Anonymität kann es jedoch im Internet nicht geben.
Es muss sichergestellt sein, dass die Anforderungen an die Identifizierung unter
Wahrung des
Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes danach ausgestaltet sind, welchem Zweck sie dient, welche Grundrechte betroffen sind, ob der Betroffene sich im privaten, sozialen oder öffentlichen Bereichen des Internets bewegt und ob er einen Anlass für die Identifizierung gegeben hat. Wichtige Rechtsgeschäfte brauchen immer bekannte Gläubiger und Schuldner.

D.h. Böse Jungs müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Wir bestimmen, wer die bösen Jungs sind.

These 6 – Verantwortung zwischen Anbietern und Nutzern gerecht aufteilen
Neben den Nutzern haben auch Anbieter eine eigene Verantwortung, zur Sicherheit des Netzes. Die jeweilige Verantwortung richtet sich nach den jeweiligen Risiken und der Zumutbarkeit für den Einzelnen und die Anbieter.
Für gefahrgeneigte Angebote und Dienste sollte nicht in Bezug auf Inhalte, aber in Bezug auf die „Verkehrssicherheit“ eine Gefährdungshaftung mit
Exkulpationsmöglichkeit oder Beweislastumkehr in Betracht gezogen werden. Bei
Berücksichtigung anerkannter Sicherheitsstandards oder zertifizierter Verfahren, etwa bei elektronischen Identitäten, könnte diese Haftung reduziert werden.

Gut, gut. Also das ist mal eine These, die ganz clever gemacht ist. Sie täuscht “Befreiung” vor und meint “Überwachung”. Denn hier will der Staat sicher “nach Augenmaß exkulpieren”. Außerdem entscheidet der Staat über “Zumutbarkeit” und “Verkehrssicherheit”, was auch nix anderes als Zensurstrukturen bedeutet.

Verbotene Seiten sind inhaltlich nicht “enthaftbar”, wohl aber deren Verkehrssicherheit. Bedeutet das konkret: Provider sind nicht haftbar für die Inhalte der User? Nutzt ein User verbotene Seiten, bei denen er sich identifiziert hat, haftet der Provider nicht? Das bedeutet: das Internet braucht einen Identifizierungszugang (der vom Staat – natürlich – überwacht wird. Hm, klingt für mich nicht sehr Netzpolitisch).

These 7 – Staatliche Grundversorgung sicherstellen
Das Internet ist eine Basisinfrastruktur unseres Zusammenlebens geworden. Der Staat hat eine Verantwortung dafür, dass das Internet flächendeckend zur Verfügung steht und sichere Basisdienste bereitgestellt werden. Datensicherheit ist eine zentrale Herausforderung für die Zukunft. Bei der Wahl der regulatorischen Mittel und der Festlegung der konkreten Anforderungen sollte der Staat allerdings mit Augenmaß agieren, um die Innovation und Entwicklungsoffenheit des Internets nicht zu gefährden.

da fällt mir nur ein echtes *lol* ein: Zugang zum Internet ist ein “Grundrecht”. Soweit in Ordnung. “Augenmaß” heisst immer “wir schränken Freiheiten ein, denn wir entscheiden was gut für Euch ist”. Gleichzeitig haben wir Schiss, dass die Mega-Kohle, die man mit dem Netz verdienen kann, unseren Wirtschaftslobbyisten, für die wir es jetzt gerade regulieren müssen, flöten geht. Geh weiter, Minister!

These 8 – Die gesamte Bandbreite des Ordnungsrechts nutzen
Der Staat hat das Recht und in manchen Fällen auch die Pflicht, in Internetdienste und Internetnutzungen, wie auch außerhalb des Internets steuernd einzugreifen. Klassische ordnungsrechtliche Maßnahmen können durch neue, „weiche“ Steuerungsinstrumente ergänzt werden. Beispiele sind behördliche Warnungen oder Veröffentlichungen von Ergebnissen ordnungsbehördlicher Kontrollen. Diese dürfen jedoch nicht einem
mittelalterlichen Pranger gleichkommen. Auch Transparenz unterliegt dem Gebot der Verhältnismäßigkeit.

Was soll diese These? Staat=mehr Eingriff ins Netz. Nix Neues zum Rest, These entfällt. (10). Inklusive dieser These hebt der Minister jetzt richtig ab, wahrscheinlich hat er sich zuviel und zu lange mit leeren Geblödel abgeben müssen:

These 9 – Auf bewährte Eingriffsbefugnisse zurückgreifen
Die Eingriffsrechte des Staates zur Abwehr von Gefahren und Bekämpfung der
Kriminalität im Internet bestimmen sich nach den herkömmlichen Maßstäben – wir dürfen das Internet weder als rechtsfreien noch in erster Linie als „kriminellen“ Raum betrachten. Der Staat muss sich dabei am milderen Mittel und den Eingriffsbefugnissen der realen Welt orientieren.

Der Staat zensiert. Der Staat schaut – nur so nebenbei – auch noch Deine Festplatte an. Du gehst in den Knast!

These 10 – Realistische Erwartungen an die Sicherheitsbehörden formulieren und ihre IT-Kompetenz verbessern

Wo der Staat im Internet hoheitlich handeln will, muss er den damit verbundenen Anspruch tatsächlich erfüllen können. Er sollte sich daher auf Maßnahmen konzentrieren, die in der digitalen Welt wirklich umgesetzt werden können. Hierzu ist die Qualifikation und Ausstattung von Ordnungs- und Sicherheitsbehörden zu überprüfen und zu ergänzen.

Was ist das für ne These? Sollte eher eine Mitteilung an den Haushalt sein: kauft uns Computer und liefert uns Fachleute die das wissen, was wir nicht wissen. (verbleiben noch 9).

These 11 – Technologische Souveränität wahren
Für die Wahrung der technologischen Souveränität des Staates ist es erforderlich, dass er nationale Kern
kompetenzen erhält und fördert. Hierzu braucht unser Land Forscher und Unternehmer, die strategische IT- und Internetkompetenzen erhalten und ausbauen.
Ohne eine starke eigene IT-Industrie geraten wir in Abhängigkeiten, die unsere
Freiheiten und unsere Verfassungsidentität gefährden können.

Die Freiheit wird am Hindukusch ausländischen Computerexperten verteidigt. Das Weißbuch der Bundeswehr des Jahres 2011 wird um die “Wahrung der Handelsrechte auch im Internet” ergänzt. Bundespräsident Westerwelle wird es in einem Anfall von Menschengüte einem ARD-Reporter im Jahre 2018 auf dem Weg von Silicon Valley nach St. Petersburg erwähnen und tritt aus Empörung über die Reaktionen der Politik und der Medien zurück. Was für Spacken!

These 12 – Online-Angebote nutzerorientiert und kostengerecht ausbauen
Staatliche Angebote und Innovationen im Netz müssen unserem allgemeinen
Staatsverständnis
folgen.

Wenn wir mal das Netz reguliert haben, kriegt ihr das was wir wollen.

Bei der Frage, ob eine staatliche Aufgabe im Internet erfüllt werden soll, müssen wir uns am Nutzen für Bürger und Wirtschaft orientieren.

Gesundheits- und Bildungssystem kostet nur unnötig Geld. Unsere Lobby will, dass Ihr euch selbst verarztet und selber schult. Auf Eure Kosten!

Der Nutzen kann auch in der Teilhabe an der politischen Willensbildung bestehen. Online-Konsultationen können Beteiligungen von Verbänden und Interessengruppen im kommunalen und staatlichen Rechtssetzungsverfahren durch eine zusätzliche Form der Bürgerbeteiligung ergänzen.

Unsere Wahlautomaten machen für Euch das richtige Kreuz. Petitionen macht ihr bei uns. Ihr interessiert uns immer noch nicht.

Die klassischen Staatsaufgaben, wie der Kultur- und Bildungsauftrag müssen beim Ausbau der Angebote gebührend berücksichtigt werden.

Bildungsauftrag…hab ich doch gesagt…Gesundheit fehlt noch…

Wir müssen bei allen staatlichen Angeboten auf eine gerechte Kostenteilung achten und von Fall zu Fall entscheiden, ob und in welchem Maße die Kosten für ein Online-Angebot vom Nutzer oder von der Allgemeinheit getragen werden soll.

Also entweder zahl ich, oder…moment…ich?

These 13 – Elektronische Behördendienste am Nutzen ausrichten
Elektronische Behördendienste sind auszubauen – sie dienen einer effizienten,
wirtschaftlichen und bürgernahen Verwaltung. Bürger und Unternehmen erwarten von der öffentlichen Verwaltung eine rasche, einfache und effektive Abwicklung ihrer Behördenangelegenheiten. In Zeiten knapper öffentlicher Kassen muss die Verwaltung noch wirtschaftlicher arbeiten. Der weitere
Ausbau elektronischer Behördendienste muss genutzt werden, um Einspar- und
Optimierungspotenziale auszuschöpfen. Der elektronische Zugang des Bürgers zur Verwaltung muss als zusätzliches Angebot ausgestaltet werden.
Der herkömmliche Zugang zur Verwaltung muss daneben bestehen bleiben. Für Unternehmen kann eine Pflicht zum elektronischen Datenaustausch mit der Verwaltung begründet werden, soweit die elektronische Abwicklung sinnvoll und vorteilhaft ist

Heisst: solange uns noch die Internetausdruckergeneration – hauptsächlich – wählt, behalten wir ein paar Angestellte in den Bürgerämtern. Ansonsten läuft alles über unser Netz. Unternehmen von denen wir Spenden erhalten, oder in deren Aufsichtsräten wir sitzen dürfen ihre Steuern über unsere Spezialkanäle völlig unbeobachtet abwickeln.

These 14 – Staatliche IT-Systeme attraktiv und sicher ausgestalten
Staatliche IT-Systeme und Internet-Dienste müssen angesichts der
Abhängigkeit der Bürger und der Verwaltung von ihnen sicher und ungestört funktionieren, auf offenen Standards basieren, von allen Menschen plattformunabhängig genutzt werden können und größtmögliche Transparenz bieten.

Genau: Ihr müsst unsere Computer und unser Netz verwenden. Eure Abhängigkeit muss gewahrt werden. Nur wir blicken dann noch durch. Kein anderer!

Staatliche IT-Systeme müssen so ausgestaltet sein, dass die Integrität und
Gesetzesbindung der Verwaltung ebenso gewahrt bleibt wie das Vertrauen des in das staatliche Angebot. Bürgers

Wir werden Euch nachdem wir das Netz regulieren wieder so lange gequirlte Propagandascheisse in Eure Hirne quetschen, dass Ihr uns alles glauben werdet. so wie Eure Väter und Großväter auch schon!

Die Informationstechnik muss den Anforderungen der Verwaltung und der Bürger folgen und nicht umgekehrt. Es darf z.B. nicht sein, dass bei einer Ermessensentscheidung ein bestimmtes Kriterium nur deshalb nicht berücksichtigt wird, weil das IT-System dies nicht anbietet.

Wir werden _alle_ Eure Bürgerrechte in Fetzen reissen!

Berlin, den 22. Juni 1933 2010
Dr.
Thomas de Maizière
Bundesminister des Innern”

Zusammenfassung im L33tspeech:

14 Thesen:

4 Thesen: blabla

10 Thesen: Zensur, Regulation, Staatsmonopol Internet

3 Thesen: Wir entlassen die Verwaltung, Schule über PC, Theater kann man auch als Spiel bei uns runterladen.

Ein katastrophales Armutszeugnis unserer momentanen demokratischen Situation. Der Text vom Minister ist eine Kriegserklärung an die Freiheit aller Bürger, denn es geht nicht nur um die Regulierung des bestehenden Internets, es geht auch um die Einschränkung des Bürgers in Richtung Staat. Hier verdeutlicht eine politische Klasse, dass sie mit dem Bürger nichts mehr zu tun haben will, außer dessen Arbeits- und Finanzkraft. Es ist un..glaub…lich!

“Dokumentierter Kindesmissbrauch ist also kein Film”!

Ja, genau verdammt:

Ich finde, schon der Begriff selbst ist ein Problem, weil er falsche Konnotationen hervorruft.

Pornografie (also die legale Variante mit Erwachsenen, die freiwillig und auf Bezahlungsbasis agieren) ist fiktiv. Es ist ein narratives Filmgenre, das ganz vielen Faktoren der Filmproduktion unterworfen ist und das man als Filmwissenschaftler analysieren kann. Die koerperlichen Realitaeten im Pornofilm sind ungefaehr so “echt” wie der Filmkuss zwischen Scarlett O’Hara und Rhett Butler, und die Konsumenten wissen, dass sie einem inszenierten Sexualakt zusehen. Der Pornoindustrie wird seit Jahrzehnten ein Millionen/Milliardengewinn untergeschoben, ohne jemals Zahlen zu nennen. Es gibt schon hierfuer keine Quellen, und das sind alles legale Unternehmen.

Dokumentierter Kindesmissbrauch (ich weigere mich, das ‘Pornografie’ zu nennen) ist dem diametral entgegengesetzt. Es ist authentisch und echt, wie Herr Vetter das schon beschrieb. Es ist ein Beiprodukt eines realen Verbrechens und die Konsumenten dieser Filme sind sich dessen bewusst. Die Filme sind nicht narrativ, sie spielen nicht in einer erfundenen Welt. Dokumentierter Kindesmissbrauch ist also kein Film. Und somit auch keine Pornografie. Es ist die Dokumentation eines Verbrechens zum Zwecke der Erregung. Nicht alles was erregt, ist Pornografie. Dazu bedarf es der oben genannten Komponenten.

Ich persoenlich finde, dass der Begriff ‘Pornografie’ in Verbindung mit Kindesmissbrauch unglaublich zynisch ist, weil es eine freiwillige Beteiligung der Darsteller impliziert. Das ist sehr grausam gegenueber den Opfern von Kindesmissbrauch. Deswegen finde ich den Begriff ‘Kinderpornografie’ nicht nur unzutreffend, sondern auch abwertend den Opfern gegenueber.”

#internet-manifest #media-club de rom? Was geht ab?

Hier, der Donalphonso, noch son Blogger, der schreibt über diese seltsame Sache mit dem Manifest (Nein! Ich hör´nich´auf!)

Mir ist ja auch was seltsames aufgefallen, ein Kommentar bei Netzpolitik.org:

mißfelderund dann die Artikel in der Netzeitung (der mich zu dem Kommentar bei Netzpolitik.org veranlasst hatte):

mißfelder2

über den ich zu diesem SPDler gelinkt wurde. Dort steht:

“Einige Vordenker aus der Blogosphäre haben gestern das „Internet-Manifest“ online gestellt.  Hier finden sich 17 Thesen zum Journalismus im Internet (saschalobo.com). Basierend auf Grundannahmen leiten Sie ein Konzept für den Journalismus der Zukunft ab.

Die Grundannahmen zeigen ein klares, aufgeklärtes Bild einer vernetzten Welt, in dem ich meine Idee eines zukunftsfähigen Internets wiederentdecke. Ich möchte daher aus den wichtigsten Thesen der Erstunterzeichner politische Forderungen ableiten. Diese verstehen sich als Ansatz zu einem Katalog für eine neue Netzpolitik, die ich in den Bundestag bringe.”

Zwar war mein Kommentar darin dann mal eine Weile verschwunden, aber letztendlich ist er wieder vorhanden:

mißfelder3Gut, mag sein, dass ich mal wieder zu langsam denke oder völlig falsch liege, mich hatte eben noch die Aufregung über die Anmaßung der Alphas geleitet, deswegen wunderte ich mich, dass der SPD`ler ausgerechte Sascha Lobo (und der Artikel in der Netzeitung übrigens auch sehr auffällig), den zweifelhaftesten und meist kritisiertesten Blogger von allen als Quelle angab.

Aber diese Media-Club-de-Rome-Sache passt doch sehr gut mit Don Alphonso´s Annahmen zusammen. Bei diesem “Club” wird die Verquickung der Blogger mit der Politik sichtbar. Nachwuchskarriere-will-ich-jetzt-langsam-auch-mal-Politiker in der vorletzten Reihe sieht seine Chance mit – wie nennt das Don Alphonso – “nicht nur der olle Nigge mit dem leeren Bildblogbüro …, der Meyer-Lucht mit dem Möchtegern-Huffpost und dem Problem beim Urheberrecht, der Grimmejury-Sixtus mit dem Grimmepreis, oder der Fassaden-Iro mit der Kohle eines Zensurproviders, sonden halt: Robin-Sascha Bunz v. Niggeschinkstegersdahl, Vorsitzender der Internetgewerkschaft Mittelalte Adabeis Für Internet Angeberei M.A.F.I.A. e.V.”

Und nicht zu vergessen: die SPD ist ein Medienkonzern und mischt kräftig an der Korrumpierung der Internet-Kanäle mit. Tja…und ich wette auch, dass sich diese Tatsache _nicht_ verbreiten wird…denn liest man sich das hier durch:

“Der Gruppe gehörten die Politiker Philipp Missfelder (Bundesvorsitzender der Jungen Union) und Björn Böhning (Planungschef in der Senatskanzlei Berlin), der Medienwissenschaftler Prof. Dr. Groebel (Direktor Deutsches Digital Institut), Dr. Hans Hege (Direktor Medienanstalt Berlin-Brandenburg), Petra Müller (Geschäftsführerin medienboard Berlin-Brandenburg GmbH), der Internetunternehmer Marcus Riecke, zuletzt StudiVZ-Chef, der Medienmanager und frühere Bertelsmann-TV-Chef Bernd Schiphorst und der Medienrechtler Dr. Christoph Wagner (Hogan & Hartson LLP) an”

erkennt man, dass die Schlüsselpositionen der Regierung jeden Scheiss zu erzählen bereits durch so unabhängige Experten wie z.B. Schiphorst (Bertelsmann *facepalm*) “besetzt” werden.

Da ist klar, dass es nur ums Geld geht, die “frischen Jungs aus dem Netz” gezogen und korrumpiert werden und die Bloggingkiste ganz schnell den Weg des Konsums geht.

Wo ist denn jetzt die Lösung gegen dieses Problem? Die haben uns an den Eiern!

Zypries in der taz

Nein, Fefe, keine Sorge ich schreibe nicht unüberlegt von Dir (Netzpolitik.org schreibts ja auch)  ab. Aber Du nimmst mir eben alle Worte vorweg (und das muss ich einfach alles zitieren): http://blog.fefe.de/?ts=b457e9d5

“[l] Die Zypries hat der taz ein Interview gegeben, http://www.taz.de/1/politik/schwerpunkt-ueberwachung/artikel/1/die-piraten-sind-mir-zu-konservativ/

bei dem sich die Balken nur so biegen. Ich kann da gar keinen besonders schlimmen Teil rausgreifen, weil das nur so ein Feuerwerk an schlimmen Teilen ist. Zypries ist eingeschnappt, dass wir nicht mehr mit ihr reden wollen, weil sie das Zensurgesetz gemacht hat, obwohl wir ihr alle Argumente dagegen in die Hand gegeben haben. Zypries ist eingeschnappt, dass die Leute die Piratenpartei der SPD vorziehen, obwohl sie bei den Piraten keine Position zu “Arbeitsmarkt, Chancengerechtigkeit, Wirtschafts- und Finanzkrise” hat.

Was war noch gleich das SPD-Modell dazu? Arbeitsmarkt? Hat die SPD mit Ein-Euro-Jobs und Hartz IV nachhaltig zerstört. Chancengerechtigkeit ist ein übelkeitserregender Neocon-Kampfbegriff, mit dessen Benutzung sie sich krass demaskiert hat, wahrscheinlich ohne es zu merken. Chancengerechtigkeit sagt nämlich, dass die Leute nicht ein Recht auf gutes Leben haben müssen, sondern nur die Chance auf gutes Leben, d.h. wenn man jedem ein Lotterielos in die Hand drückt, hat man Chancengerechtigkeit, und das ist ja auch genau das, was INSM und ihre Jünger gerne erreichen wollen. Die Leute sollen alle arm gehalten werden, aber mit Taschenspielertricks wie “Chancengerechtigkeit” verarscht man sich hinreichend, dass sie das mit sich machen lassen. Und die Wirtschaftskrise hat die SPD ja auch hervorragend in den Sand gesetzt mit ihrer Bankenrettung und der resultierenden Monsterverschuldung für jeden von uns. Wenn ich mir das mal so angucken, dann wäre in jedem dieser Punkte kein Programm besser gewesen als das SPD-Programm.

Aber weiter im Text. Da kommen dann so Höhepunkte wie

Ja, selbstverständlich nehme ich die Sorgen der Internetgemeinde sehr ernst. Ich habe das immer getan und auch öffentlich deutlich gemacht. Ich befinde mich konstant im Dialog mit Vertretern der Internetgemeinde. und Aber wenn ich etwas politisch für richtig halte, dann kann ich das nicht fallen lassen, weil eine bestimmte Gruppe der Internetnutzer droht, eine andere Partei zu wählen. Das hätte mit konsequenter und geradliniger Politik nichts zu tun. Aha, das Einführen von Internetzensur ist also konsequent und geradlinig. Mit anderen Worten: die Langzeitstrategie der SPD kulminiert zwangsläufig in der Einführung von Zensur. Das ist ja mal eine starke Aussage. Ich gebe ihr natürlich vollumfänglich Recht an der Stelle, bezweifle aber, dass sie verstanden hat, was sie da gerade zugegeben hat.

Oh und noch eine schöne “beleidigte Leberwurst” Stelle:

Und es ist ja nicht so, dass wir nicht mit den Kritikern der Internetsperren geredet hätten. Ihre Argumente sind berücksichtigt worden, wir haben die Regelung eng ausgestaltet, Rechtsschutz eingebaut und das Ganze auf drei Jahre befristet. Zur Wahrhaftigkeit im politischen Diskurs würde es gehören, das auch anzuerkennen. HAHAHAHA, oh und wie wir das anerkannt haben. Keiner von uns hat vergessen, dass Frau Zypries persönlich an dem Gesetz geschrieben hat, dass in Deutschland die Internetzensur eingeführt hat. Eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte. Wie könnte das irgendjemand vergessen! Nein nein, Frau Zypries, keine Sorge, das vergessen wir Ihnen nicht. Naja lest mal selber, ein Höhepunkt jagt den nächsten. Sie gibt auch noch zu, dass die CDU mit ihrer stumpfen Proleten-Rhetorik sie zu dem Gesetz getrieben hat. Oh und die Provider waren Schuld, denn wenn die sich nicht die Verträge hätten aufzwingen lassen, hätte sie kein Gesetz machen müssen, um das zu legalisieren. Unfaßbar.

Oh und sie tritt für eine Selbstregulierung des Internets ein. Die Länder sollen sich verpflichten, für ein sauberes Internet zu sorgen! Als Vorbild nennt sie den Großvater aller vollständig verkackten Initiativen, das Kyoto-Protokoll! Harharhar.

Selbstverpflichtungen sind besser als ihr Ruf! Bwahahaha, das tragische ist ja, dass man den Eindruck hat, sie meint das wirklich alles so. Selbstverpflichtungen sind nicht das Papier wert, auf dem sie stehen. Das macht man nur aus Wahlkampfgründen, damit man sagen kann, man habe etwas getan.

Oh und dann sagt sie, wieso die Piraten keine Chance haben:

Es reicht nicht, wenn sich die Programmatik einer Partei darin erschöpft, einem Lebensgefühl Ausdruck zu verleihen nach dem Motto: wir sind jung, wir kennen das Netz und ihr Alten versteht davon nichts. Was die Piratenpartei zudem von den Grünen in ihren Anfängen unterscheidet: Ihr fehlen die Galionsfiguren mit politischem Profil, wie beispielsweise Otto Schily oder Joschka Fischer. Da hat sich ja die richtigen Knalltüten rausgesucht. Joschka Fischer ist so überassimiliert, dass er mit Anzug und Schlips rumrennt, Deutschland zurück in den Krieg geführt hat, und ein Pipelineprojekt für die Energiemafia managed, und Otto Schily ist zur SPD gewechselt, wo er dann CDU-Politik gemacht hat. “

CDU-Wahlkampfspots im “Internetfernsehen”

Das muss man sich mal reinziehen. Hat die CDU tatsächlich völlig verblödete Wahlkampffilmchen (mittlerweile wieder offline ;-) , nee, da isser ja wieder:
)

ins Netz gestellt. Zwar gibts schon den einen oder anderen Remix, aber hey CDU, so gehts nicht!

Was soll ich mir unter einem unrasierten Altvolkswagen fahrenden bei Shell Kraftstoff tankenden (und dann wohl ohne zu zahlen), wegfahrenden
Endzwanziger vorstellen? Einem der unmotiviert hohle Phrasen in seinen Zottelbart quasselt, von wegen “Gehaltserhöhung gut, zuwenig übrig schlecht” und “wenns mich erwischt gibts zum Glück ja Stütze”? Was soll ich mir bei dem anderen Spot denken, wo ein (schon wieder ?) blondiertes Maderl
spät morgens mit der U-Bahn anne Uni fährt und gesteht, dass sich die Schickse “Sorgen um die Zukunft macht”…”wegen der Krise”?

Ja, spinn ich eigentlich? Wer ist da Zielgruppe? Die Netzgemeinde? Haltet Ihr die immer noch für solche Vollspacken? Wollt Ihr mich – nachdem ich Euch sicher nicht mehr wählen werde, weil Ihr korrumpierte, machtgeile Verhinderer, Verzögerer und Vertuscher seid – auch noch beleidigen? Ist nicht Euer Tagwerk Beleidigung genug für einen wie mich? Einen aus der Netzgemeinde?

Hier mein alternativer Wahlspot:

Nachdem die Kamera über den Toyota Prius geschwenkt ist und sich der mit dunklen Augenringen behaftete, gute 40 Lenze zählende Ingenieur in die
morgendliche 5 Uhr 30 S-Bahn gesetzt hat und einen matten Gähner von sich gibt, sieht man selbigen müde und desillusioniert aus dem Fenster
in das herbstliche Dunkel schauen:

“Ich stehe jeden Morgen um 5 Uhr auf und schleppe meine müden Knochen mit dem Zug zwei Stunden in einen hundert Kilometer entfernten Ort, wo
meine neue Arbeitsstelle ist.

Dort beackere ich – mittlerweile auf Sacharbeiterebene, denn die Unbill des Schicksal wollte es nicht, dass ich meinen guten Job, den ich zuvor im Stuttgarter Raum jahrelang vollziehen konnte, auch heimatnah machen durfte –  den lieben langen Tag Infrastrukturprojekte der eher minderwichtigen Art und schlage mich hauptsächlich mit den Gegebenheiten der bestehenden Netzwerke und Traditionen rum.

Leider ist es mir mit meinen 40 Jahren nicht gelungen als Jungspund entweder von Vattern oder über Vattern in irgendein Protege-Netzwerk gepusht geworden zu sein um unter diesen Bedingungen auf Leitungs- und Führungsebene, barrierefrei von Karrieretreppchen zu Karrieretreppchen zu hüpfen und dann mit 40 stabiler und unkaputtbarer Bestandteil des hegemonistischen Systems zu sein.

Wenn ich abends nach Hause komme, kümmere ich mich zeitnah zu allererst um meine Frau und meinen Sohn, dessen Elterngeld auch schon eine Weile
aufgebraucht ist. Das Elterngeld bekamen wir, nein und meine Frau blieb daheim, denn zu der Zeit war Elternzeit für Kerle außerhalb des regulären Urlaubs ein klares Kickoff-Argument bei unseren Geschäftsführern. Abgesehen davon hat es sowieso ein Diplom zum Ausfüllen gebraucht. Aber das hatte ich ja.

Wenn ich also um zehn Uhr abends irgendwie wieder aufgewacht bin, nachdem ich Sohnemann zu Bett gebracht habe und es mich gleich mit erledigt hat, erlebe ich tagtäglich, wie sich korrupte und verblödete Politiker von asozialen Bankern und Wirtschaftslobbiiesten auf meine Kosten einen netten Lenz machen.

Ich sehe, wie kriminelle Staatssekretäre und Minister pseudo-Ausschüsse verscheissern und die gekauften Medien mir irgendeinen Sulz als Erfolg unterschieben wollen. Ich sehe wie in Ländern mit meinem Geld Krieg auf Kosten der Armen geführt wird und höre hohle und verlogene Entschuldigungen, die mit der Realität nichts zu tun haben.

Ich sehe wieviel ich jeden Monat privat zurücklegen muss, damit ich vielleicht auch noch eine Rente habe und ich erlebe, wie besagte Politik es den Zockerbankern ermöglicht meine mühsam angeschaffte Kohle so zu verzocken, dass ich am Ende leer ausgehe.

Ich sehe, wie meinem Sohn Schulden in finanzieller Hinsicht, Schuld in humanistischer Hinsicht und Schuld in ökologischer Hinsicht aufgebrummt wird. Dinge für die er nichts kann, für ja ich nicht mal was kann.

Ich sehe wie die Gesundheit meines Kindes von den Politikern aufs Spiel gesetzt wird, wie Atommüll manipuliert gelagert wird, wie Gentechnik ins Essen gelangt, wie Umweltgifte und Schadstoffe verdeckt und versteckt werden, auf dass er die auch ja gefressen hat.

Und wenn er älter ist, darf er sicher für diese Politiker ein Bürgeropfer sein, in einem arabischen Land Krieg führen, früh an Krebs oder irgendwelchen Seuchen erkranken und früh sterben, damit er keine Rente bekommen muss.”

Man sieht den frustrierten Nicht-CDU-Netzbürger am Zielort aus dem Zug steigen. Am Arbeitsplatz angekommen schaltet er seinen Büro-PC an. Aus dem Schirm erscheint im Hintergrund das Logo der Piratenpartei.

Und ich wundere mich, dass ich nur ein Blog schreibe. (Update: die CDU hat den Spot mittlerweile ganz zurückgezogen)

Demo in Berlin am 12 September

Hier bei Netzpolitik wird nochmal auf kommenden Samstag aufmerksam gemacht:

“Unterstützer: Es haben mittlerweile 163 Unterstützerorganisationen, -verbände, -bands, Firmen und Initiativen den Demo-Aufruf unterzeichnet. Das ist das breiteste Bündnis für Bürgerrechte und ein freies Internet und gegen Überwachung, das Deutschland je gesehen hat. Nach vorsichtigen Schätzungen repräsentieren diese Unterstützer mehr als drei Millionen Mitglieder (Doppelmitgliedschaften schon statistisch rausgerechnet), das ist mehr als die Summe aller Parteimitglieder der Großen Koalition und aller Mittel- und Kleinparteien zusammen. “

Wie kann ein Journalist im Web Geld verdienen?

Hier: wird das Manifest nochmals diskutiert. Klingt sehr nach Insiderthema, aber nun will ich mir auch mal ein paar Gedanken machen:

Ich hab mit der Journaille nix am Hut, deswegen entschuldige ich mich hier für meine vielleicht abstrus-blöden Ideen:

Wie wär´s mit themenbezogener Vergütung? Beispiel: Trash-TV oder Beiträge zu Stars und Sternchen: wird über Werbung finanziert. Skandalaufdeckungen a la Watergate: über eine Tabelle (ähnlich HOAI bei den Architekten, oder der Brago bei den Anwälten), die die „Wirkung“ (demokratische Freiheit bewahren, Aufmerksamkeit wahren, Verbrechen verhindern, usw. usf.) definiert und daraus ein Honorar ableitet.

Bezahlt würde dies entweder vom Abnehmer (also Verleger, der sich wiederum z.B. über Werbung finanziert) oder vielleicht teilweise aus einer Stiftung (die wiederum themenspezifisch Ihre Finanzmittel verwaltet). Ggf. erhält diese Stiftung, wie ein Ministerium einen Anteil aus Steuergeldern, da sich ja die zu bezahlenden Produkte (Artikel) an deren gesellschaftlichem Wert festmachen lassen.

z.B.:

Stabilisierung der Bevölkerungsstimmung (in Bezug auf die Verfassung) Vereitelung von Kriminalität und somit Vermeidung/Minderung von finanziellem Schaden Lobbyorientierte Beeinflussung/Manipulation der öffentlichen Meinung (z.B. Unterstützung der Atomkraftlobby und somit deren wirtschaftlichen Erfolg, oder analog bei alternativen Energien) Unterhaltung zur Verblendung/Beruhigung der Bevölkerung zur Sicherstellung bestehender Machtverhältnisse (und somit deren wirtschaftlichen Erfolg)

Zur Ausarbeitung solch einer Honorartabelle müsste man sich wohl an die Leute halten, die sowas können ;-) ; Grundlage dafür wären z.B. Artikel aus der Vergangenheit sowie wissenschaftliche Methoden, deren Effekt in Geld umzurechnen (sowas wird’s doch sicher geben; ich weiß das aber nicht);

Ich glaube auch, dass so etwas einen starken Einfluss auf die Berichterstattung und die Gesellschaft an sich haben würde.

Abschließend: wie ich hier: http://olivermark.de/blog/archives/581 schonmal skizziert habe, geht es um Inkorrumpierbarkeit. (falls es das Wort gibt). Ich meine: solange Geld mit Öffentlicher Meinungsbildung zu tun hat, können nur Medien, bzw. Informationen verwendbar sein, die sich nicht korrumpieren lassen (und dass können, meines eingeschränkten Wissens nach nur die Blogger in der Masse).